Amalfiküste, Salerno, Neapel

In diesem Bericht blicken wir zurück auf den Abschnitt unserer dreimonatigen Reise im Mai letzten Jahres mit unserem VW T6 California Beach, namens Schröder, und unserem Motorboot Viper 203, namens Lillie, in der Bucht von Salerno. Anfang Mai haben wir spannende Tage in der Region Cinque Terre  und danach in Piombino und auf Elba verbracht. Wir haben drei Monate lang Zeit und doch gibt es einen Grund, am 19. Mai von Piombino aus weiterzureisen. Kai arbeitet während unserer Tour ganz normal und muss in den kommenden Tagen von Neapel nach Miami fliegen, um an einer Messe teilzunehmen. Also brechen wir auf gen Salerno.

Das Navigationssystem schickt uns auf die Straße E80 in Richtung Rom. Diese ersten 100 Kilometer sind eine echte Herausforderung für das Gespann und uns. Die Straßenbeläge sind derart desolat, dass man ständig auf der Hut sein muss, um nicht in ein tiefes Schlagloch zu fahren. Die zugelassene Geschwindigkeit von 80 km/h für unseren Trailer sind fast schon zu schnell. Kurz vor Rom wird die Autobahn mit 4 Spuren deutlich besser und wir können die Stadt schnell südlich umfahren.

Der Rest des Weges ist passabel. Neapel passieren wir weiträumig im Norden. So erreichen wir nach 7 stündiger Fahrt den Campingplatz: Camping La Foce dei Tramonti im Flussdelta Foce del Sele in der Region Paestum. Der Fluss Sele fließt südlich von Salerno ins Mittelmeer. Die letzten 500 Meter zum Campingplatz sind mit einem langen Gespann von 12 Metern etwas kritisch. Es ist eng in den Kurven, aber es klappt. Der Eigentümer des Campingplatzes ist überaus freundlich und hilfsbereit. Schnell haben wir unseren Traumplatz direkt am Fluss gefunden. Wir entscheiden uns gegen den Platz direkt am Meer, weil es dort sehr steinig ist. Wir bevorzugen lieber den Platz auf dem Gras.

Da der Campingplatz La Foce dei Tramonti an einer Flussmündung liegt, gibt es Stellplätze, die einen Blick aufs Meer und auf den Fluss Sele gleichzeitig ermöglichen.

Die Stellplätze direkt am Meer haben eine tolle Aussicht, aber bei starkem Wind und hohen Wellen spritzt reichlich Salzwasser auf die Wohnmobile.

Die Küste im Flussdelta Foce del Sele ist naturbelassen und wird von Pinienhainen gesäumt. Allerlei imposantes Strandgut hat sich über viele Jahre angesammelt.

Für italienische Verhältnisse ist der Campingplatz gut, was wohl hauptsächlich dem Einsatz der Betreiberfamilie geschuldet ist. Die sanitären Anlagen sind spartanisch, aber sauber. Fernando, der Inhaber hat sich bereits vor unserer Anreise um einen Platz für unser Boot im Hafen von Agropoli bemüht. Er bestückt uns mit Karten und Reiseführern, und weiß stets Rat. Da es fußläufig kein Restaurant gibt, kocht man hier selber oder genießt das leckere Abendessen von Anna im Speisezelt auf dem Campingplatz.

In den ersten Tagen im Foce del Sele stürmt es mit Windstärke 5-6. Die Wellen sind so hoch, dass an Schwimmen und Bootfahren nicht zu denken ist.

Ein Fischer steht mitten in der Flussmündung und kämpft mit Wind und Wellen. Der Fluss ist ein beliebtes Ziel für Angler. Sie wecken mit Ihren lauten Unterhaltungen in der Nacht auch gern die Camper.

An ruhigen und sonnigen Tagen lädt der Fluss Sele mit seinen grünen, blühenden Auen zu einem Spaziergang ein. Vom Campingplatz aus ist man in 5 Minuten in dieser idyllischen Umgebung.

Langeweile kommt bei uns garantiert nicht auf. Wenn das Boot auf dem Land bleiben muss, dann ist eine Radtour nach Salerno eine gelungene Abwechslung. Um Zeit zu sparen, fahren wir mit dem Zug ab Capaccio Scalo. In Italien kosten die Zugtickets recht wenig. Die Fahrräder in den Waggon zu hieven, ist etwas beschwerlich; die Stellplätze für die Räder sind eng und begrenzt. Aber es geht. Der Bahnhof in Salerno liegt mitten in der Stadt, so dass wir in wenigen Minuten mitten im Geschehen sind.

Mit dem Radel nach Salerno – gut gelaunt starten wir unser Sightseeing entlang der Strandpromenade.

Die Kulisse ist genau nach unserem Geschmack: Berge, Boote, prächtige  Bauten, Sonne und Meer.

Die Autobahn A3 verläuft über Hochbrücken quasi oberhalb des Stadtzentrums. Salerno ist Großstadt, Küstenstadt, Universitätsstadt und Anlaufpunkt für Kreuzfahrer, die die Amalfiküste ansteuern, zugleich. Den Besucher erwarten eine moderne Innenstadt mit langer Fußgängerzone, eine gemütliche Altstadt mit unzähligen Restaurants, der imposante Dom, die Minerva Gärten und das Castell D’Arecchi.

Im Containerhafen, der ein wichtiger Warenumschlagplatz in Italien ist, liegen auch die Kreuzfahrtschiffe vor Anker. Drei kleinere Häfen bieten viel Platz für die Sportboote und Segelyachten.

Dieses Foto haben wir in der Marina D’Arechi aufgenommen. Der Hafen ist neu erbaut, super modern, aber leider werden erst Boote ab 10 m Länge akzeptiert. Die Wohnanlagen, die gegenüber entstehen, sind ebenso mondän wie die Hafenanlage.

Wir setzen unsere Reise entlang der Bucht von Salerno fort. Das Bild, dass sich uns bietet, nachdem wir die Stadt Salerno verlassen haben, ist traurig. Die Strandbäder sind noch verwaist, aber dafür türmt sich der Müll der letzten Saison entlang des Radweges auf. Wir müssen also auf der Straße fahren. Und das ist bei der Fahrweise der Italiener eine echte Herausforderung. Ungefähr auf halber Strecke zwischen Salerno und Foce del Sele wird es total ungemütlich, denn die Strecke entpuppt sich als Straßenstrich von Salerno. Wir treten in die Pedale und sehen zu, dass wir Land gewinnen.

Am 22. Mai ist es endlich soweit. Unsere Viper 203 wird von dem freundlichen Besitzer des Krans ins Hafenbecken von Agropoli gesetzt.

Wer mit Boot anreist, muss nach Vito fragen. Den kennt hier jeder. Kai genießt die ersten Meter im Hafen und legt die Viper professionell an.

In Agropoli fühlen wir uns wohl. Die Altstadt thront hoch oben über dem Hafen, der nicht nur vielen Booten einen Liegeplatz, sondern auch gesicherte Parkplätze in ausreichender Zahl für die Autos bietet. Es gibt öffentliche Toiletten, Duschen und Waschmaschinen im Hafen. Der Ort ist mit seinen 22000 Einwohnern überschaubar. Das Zentrum ist schnell zu Fuß vom Hafen aus erreichbar. Wir lieben es, in den kleinen Geschäften zu stöbern, und uns für den Alltag zu versorgen. Fisch, Fleisch, Gemüse werden in bester Qualität angeboten.

In der Altstadt von Agropoli spüren wir den Süden Italiens mit all seiner Blütenkraft, Wärme, den Düften und Spezialitäten Kampaniens.

Den Ausblick auf den Hafen genießen wir am Abend in einem der Restaurants in der Altstadt.

Rückwärts einparken und mit den Mooringleinen festmachen, ist für uns neu und wir üben erst einmal. Die Kunst ist es, die verschlammten Leinen so zu führen, dass das Boot nicht komplett verdreckt.

Der Wind hat sich beruhigt, die Viper ist vollgetankt, Lebensmittel sind an Bord. Neugierig starten wir am frühen Morgen des 23. Mai in Richtung Amalfiküste. Wir fahren nach Sicht und landen nach einer einstündigen Fahrt auf ruhiger See in Amalfi. Es ist die erste Fahrt auf dem Mittelmeer mit unserer Viper 203. Wir sind begeistert. Das Boot hat ausgezeichnete Fahreigenschaften. Wir sind gespannt, wie es sich bei Wellengang verhält.

Da in Amalfi ein großes Kreuzfahrtschiff vor Anker liegt und die Gäste fleißig an Land gebracht werden, fahren wir weiter nach Positano. Vom Wasser aus wird klar, warum dieser Küstenstreifen so beliebt ist.

Die Komposition aus dem bunten Häusermeer an den Hängen, den vom Wind geformten Bäumen und dem Lila der Bougainvillen ist so wunderschön anzuschauen, dass wir auf dem Boot verharren, bis es Mittag ist. Wir ankern vor Positano, betrachten das muntere Treiben im Hafen und bereiten unser Mittagessen vor.

Der Wind hat wieder Geschwindigkeit aufgenommen. Die Lillie schaukelt stark in den Wellen vor Positano. Wir lichten den Anker und fahren wieder zurück nach Amalfi. Das Bild entlang der Küste ist einzigartig. Wer gern wandert, sollte den Panoramaweg zwischen Positano und Amalfi laufen. Von Salerno aus erreicht man die Orte am schnellsten mit den entsprechenden Ausflugsbooten.

Amalfi war im 10. Jahrhundert ein wichtiger Seehandelsstützpunkt zwischen Orient und Okzident. Zur damaligen Zeit war die Stadt reich und glanzvoll. Im 14. Jahrhundert versinkt Amalfi durch einen Tsunami, ausgelöst durch ein Erdbeben, im Meer. Die wirtschaftliche Bedeutung geht endgültig durch den Untergang der Bourbonenherrschaft im 19. Jahrhundert verloren. Heute lebt die Stadt vom Tourismus . Durch den Status des Weltkulturerbes rühmt sich die Amalfiküste besonderer Aufmerksamkeit in aller Welt.

Das Hafenbecken von Amalfi für die Yachten, die hier im Hochsommer zahlreich ankern, ist geschützt durch eine lange Mole. Ein wichtiger Hinweis: hier gibt es eine Bootstankstelle.

Die Rückfahrt von Amalfi nach Agropoli ist äußerst anstrengend. Die Wellen sind mittlerweile 1 m hoch. Das hört sich wenig an, aber mit einem kleinen Motorboot kann eine längere Fahrt in kabbeligem Wasser ganz schön anstrengend sein. Obendrein verbraucht der Motor dann wesentlich mehr Treibstoff. Trotzdem genießen wir die Fahrt entlang der Küste. Vom Wasser aus sehen die Strandbäder in der Bucht von Salerno viel besser aus. Langgedehnte Sandstrände, Pinienwälder und Strandhäuser mit großen Parkplätzen prägen das Bild. Am frühen Abend erreichen wir den schönen Hafen von Agropoli und genießen abschließend einen zauberhaften Sonnenuntergang.

Die Sonnenuntergänge sind in der Bucht von Salerno unbeschreiblich schön.

Im 18. Jahrhundert wird die Stadt Pompeji, die im Jahre 79 n. Chr. beim Ausbruch des Vesuvs verschüttet wurde, wiederentdeckt. Wir besuchen diese am besten erhaltene Ruinenstadt aus der Antike und sind begeistert von der Welt der Osker, Saminnen, Griechen, Etrusker und Römer. Diese archiäologische Stätte, die zum Unesco Weltkulturerbe gehört, bietet Einblicke in die städtische Infrastruktur, das Leben und Arbeiten in der Antike, die grausamen Gladiatorenkämpfe, Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände, die Kunst und die Einflüsse der unterschiedlichen Bevölkerungen.

Ein paar nützliche Tipps für Besucher gibt es nachfolgend. Für Parkplätze ist ausreichend gesorgt. Die Anfahrt ab der Autobahn ist perfekt ausgeschildert. Die Anlage ist sehr groß und durch die vielen riesigen Pflastersteine etwas beschwerlich zu begehen. Wir sind nach drei Stunden ganz schön erschöpft. Man sollte unbedingt ausreichend Wasser dabei haben, da es unterwegs nichts zu kaufen gibt; lediglich beim Eingang. Ohne einen Plan hätten wir uns in dem Straßennetz nicht zurechtgefunden. Diese gibt es beim Einlass. Wer tiefere Erkenntnisse erlangen möchte, braucht wenigstens zwei Tage.

Die Gräueltaten, die im Amphitheater stattgefunden haben, werden durch die Ausstellung, die an das Pink Floyd Konzert im Jahre 1971 erinnert, in den Hintergrund geschoben. Die Weinberge von Pompeji und die unzähligen Wandmalereien erfreuen uns wesentlich mehr.

Kunstvolle Ausgrabungsstücke, Gegenstände des alltäglichen Lebens und ein Zeitraffer zum Aufstieg und Untergang Pompejis werden den Besuchern im Gebäude neben dem Palästra, dem Campus für sportliche Aktivitäten näher gebracht.

Das Wohnen im kaiserzeitlichen Pompeji ist geprägt von weitläufigen Gartenanlagen und Fresken in leuchtenden Farben. Die Speisesäle sind großzügig. Hier wurde im Liegen der Völlerei gefrönt.

Die Gärten mit ihren Regenwasserbehältern, Wasserspielen und symmetrischen Bepflanzungen lassen auf den Schaugarteneffekt der damaligen Zeit rückschließen.

Neben den größeren Gebäuden sind viele kleine, einfache Häuser ausgegraben. Hier und dort gibt es Wandmalereien zu entdecken.

Und wenn man müde wird, lassen sich innerhalb der Mauern von Pompeji Plätze finden mit unbeschreiblichem Ausblick auf die Bergmassive in der Region.

Neapel ist für die Italiener ein Stück vom Himmel. Wir sind gespannt darauf und reisen am 26. Mai mit dem Zug an. Der Hauptbahnhof liegt sehr zentral und wir sind schlagartig mitten im Trubel dieser Stadt, in der 1 Million Menschen leben. Die Altstadt von Neapel zählt zum Weltkulturerbe der Unesco. Wir laufen zunächst zum großen Kreuzfahrtterminal im Hafen und von dort aus zum Castel Nuovo.

Auf dem Weg zum Hafen entdecken wir das Geschäft mit den Kinderrädern. Wo soll damit geradelt werden? In der City Neapels ist Radfahren für uns undenkbar: eng, laut, überfüllt, schlechte und verstopfte Straßen.

Das Castel Nuovo ist eine Burg in Neapel, die verschiedenen Königen als Festung und Residenz diente. Besonders beeindruckend ist der Triumphbogen am Haupteingang. Heute beherbergt die Burg das Museum Civico.

In der Nähe des Kastells ist der Busterminal der Hop-on/Hop-off-Sightseeingtouren durch Neapel. Wir erstehen zwei Tickets für je 22 € und los geht die Fahrt mit dem roten Doppeldeckerbus. Bereits nach der ersten Station und einem Blick auf den Stadtplan wird uns klar, dass wir die Strecken zu den Sehenswürdigkeiten auch prima zu Fuß schaffen würden. Wer gut zu Fuß ist, kann gut und gern auf die Busse verzichten.

Den ersten Stopp machen wir an der Piazza del Gesù Nuovo, deren Mitte der vierzig Meter hohe Obelisk dell’Immacolata ziert. Von dieser Piazza aus gelangt man in zwei besondere Kirchen Neapels: die Kirche Gesú Nuovo und die gotische Kirche Santa Chiara auf dem rechten Foto, deren Glockenturm auch als Kampanile bezeichnet wird, weil er neben dem Kirchenschiff steht.

Die Chiesa del Gesù Nuovo trägt auf der Fassade schwarze Lavasteine mit eingemeißelten Symbolen, die sich in Musiknoten für eine sakrale Komposition übersetzen lassen. Besonders beeindruckend sind die Kunstwerke aus der Epoche des Barocks, die diese Kirche aus dem 16. Jahrhundert zu einem der imposantesten Gebäude Neapels machen.

Die Kirche Santa Chiara hat im Inneren besonders schönes Licht, das durch die gotischen Fenster mit dem bunten Glas eindringt. Im Gegensatz zur Chiesa del Gesú Nouvo mit den barocken Elementen wirkt diese Kirche eher schlicht und strahlt Ruhe aus.

Verlässt man die Piazza del Gesù Nuovo und folgt der Menschenmenge, so gelangt man automatisch auf der Spaccanapoli in das Herz der Altstadt mit ihren engen Gassen, den unzähligen Restaurants, Cafés und Läden. Hier spielt das Leben in Neapel. Und wir finden passend zum Mittagessen den Imbiss mit den leckersten, frittierten Fischen und Meeresfrüchten, die wir in Italien gegessen haben.

Die Spaccanapoli ist eine Trasse, die die Altstadt in zwei Hälften teilt. Von höher gelegenen Punkten sieht man deutlich diese Zweiteilung. In diesem Viertel vereinen sich Kunst, Kultur, Tradition und Geschichte.

Auf der Spaccanapoli laufen wir weiter bis zur Piazza San Domenico, die von etlichen adligen Palästen umgeben ist. Es ist einer der schönsten Plätze von Neapel. Wir besichtigen die katholische Kirche San Domenico Maggiore. Der ursprünglich gotische Stil wurde bei einer Sanierung im 19. Jahrhundert wiederhergestellt.

An der Piazza San Domenico nehmen wir wieder den Sightseeing-Bus und fahren zu den Katakomben von San Gennaro, dem Schutzpatron der Stadt. Die Katakomben sind auf das 2. Jahrhundert zurückzuführen und sind aufgrund der Decken- und Wandfresken von historischer Bedeutung. Einen Besuch der Katakomben sollte man nicht verpassen.

Die Katakomben von San Gennaro verlaufen über zwei Ebenen. Der Ort ist nicht nur historisch interessant, sondern auch ein wenig spuki.

Die Fresken aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. in den Katakomben von San Gennaro sind sehr gut erhalten.

Die Basilika Incoronata wurde erst im 20. Jahrhundert erbaut. Sie wird auch als der kleine Petersdom bezeichnet. Die Kirche beherbergt zahlreiche Gemälde und Statuen berühmter italienischer Künstler. Der Eingang zu den Katakomben von San Gennaro liegt direkt neben der Basilika.

Von dort aus gehen wir zu Fuß zurück in die Altstadt. Zum Glück haben wir den Hinweis, dass wir an der Brücke Ponte della Sanitá mit dem Lift nach oben fahren müssen, um ins Zentrum zu gelangen. Der Tag neigt sich so langsam dem Ende zu und wir sind sehr müde. Wir laden uns in einem der unzähligen Cafés auf und besichtigen zum Abschluss unseres Tages in Neapel den Dom.

Die Kathedrale von Neapel wird nach langjähriger Bauzeit im 14. Jahrhundert eingeweiht und der Heiligen Maria Assunta geweiht. Innen ist die Kathedrale einem lateinischen Kreuz entsprechend aufgebaut und in drei Schiffe aufteilt. Die Schatzkapelle des Heiligen Gennaro, dem Schutzpatron Neapels ist prachtvoll ausgeschmückt.

Alle drei Kirchenschiffe des Domes von Neapel sind reich an Kunstschätzen. Besonders faszinierend finden wir den Marmorboden mit der dreidimensionalen Wirkung, der im Foto rechts unten zu sehen ist.

Welchen Eindruck haben wir von Neapel gewonnen? Diese Frage ist schwer zu beantworten. Die Stadt ist reich an Kunstschätzen, und die Altstadt gehört zu Recht zum Weltkulturerbe. Aber wird dieser Reichtum erhalten und gepflegt? Es macht eher den Anschein, dass die Kirchen zerfallen. Die Stadt ist sehr laut, an vielen Orten dreckig und die Armut ist nicht zu übersehen. Die hohe Arbeitslosigkeit ist in einigen Stadtteilen deutlich erkennbar. 

Wir reisen und arbeiten gleichzeitig. Der erste Tag, an dem Kai geschäftlich verreisen muss, ist gekommen. Er fliegt am 27. Mai von Neapel aus nach Miami zur Messe. Freier Platz im Schröder? Ja, es ist Bettenwechsel. Sabines Schwester Claudia reist für eine Woche an. Den ersten Tag verbringen wir auf dem Campingplatz, genießen unsere gemeinsame Zeit und vor allem den Sonnenuntergang am Abend.

Die Sonnenuntergänge in der Bucht von Salerno sind genau so, wie sie in dem Lied über die Insel Capri, die am nördlichen Ende der Bucht liegt, beschrieben werden.

Am darauffolgenden Tag ist gutes Bootswetter und wir starten unsere Fahrt mit der Viper 203 gen Süden. Wir passieren den langen Strand Trentova, die Orte Santa Maria di Castellabate, San Marco und Licosa. Vom Wasser aus machen wir lange, menschenleere Sandstrände, grüne Hügel und ruhige Örtchen ohne den Massentourismus der Städte wie Salerno und Neapel aus.

Meine Schwester steuert uns sicher zu der Mini-Insel Licosa, die in einem Naturschutzgebiet liegt. Das Wasser ist unglaublich klar. Zum Glück, denn es hat viele Felsen und dadurch bedingt unterschiedliche Wassertiefen. Wir ankern kurz und setzen dann unsere Fahrt fort in Richtung Porto.

Da wir vom Boot aus entdecken, dass es hoch oben über dem Meer eine Straße entlang der Küste gibt, entscheiden wir uns, am kommenden Tag mit dem VW Bus die Tour zu wiederholen. Also bringen wir die Lillie zurück in den Hafen von Agropoli und haben dort ein gutes Abendessen, wie so oft gegrillten Tintenfisch in einem Zitronensößchen mit Salat.

Wir besuchen am frühen Morgen zunächst den Ort Santa Maria Di Castellabate, der direkt am Meer liegt, während Castellabate 250 m über dem Meer thront und der Ausgangspunkt für Wanderungen durchs Cilento ist.

Das alte Haus der Familie Perrotti bietet Ferienwohnungen mit exzellentem Meerblick.

Der Ort Santa Maria di Castellabate hat eine mit Palmen gesäumte Promenade und eine  Fußgängerzone mit absolut südländischem Flair. Das Örtchen ist so verträumt und malerisch, perfekt für einen Urlaub in Bella Italia, fernab vom Massentourismus.

Schwimmen im klaren, warmen Meer, bummeln, schlemmen in den hübschen Restaurants im Hafen und guten Wein aus der Region besorgen für den lauen Sommerabend – das alles bietet Santa Maria di Castellabate.

Der nächste Ort auf unserer Tagesreise ist Acciaroli. Wir sind sehr gespannt auf dieses Dorf, in dem mehr als 300 Bewohner älter als 100 Jahre sind. Ein Forscherteam hat herausgefunden, dass die meisten von ihnen rauchen, übergewichtig sind und das Sport in Acciaroli keine Rolle spielt. Was lässt die Menschen so alt werden? Sie essen täglich Sardellen, die reich an Mineralstoffen, Vitaminen und Eiweiß sind, und Rosmarin, ein immergrünes Kraut mit reichlich Vitamin B6, Kalzium und Eisen. Die Dorfbewohner nehmen sich Zeit, um zu entspannen. Gute Ernährung und Ruhe sind wohl eher verantwortlich als das Erbgut. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Schnell ist ein Restaurant gefunden, das köstlichen Duft verströmt.

An der Küste Cilentos, so auch in Acciaroli wird traditionell mit Holzbooten und langen Netzen gefischt. Stille Gassen, ein kleiner Hafen, ein sehr langer Sandstrand, gutes Essen in entspannter Atmosphäre,… und die Seele bekommt Flügel.

Neben frischem Gemüse, Meeresfrüchten und Fisch steht im Cilento der berühmte Büffel-mozzarella auf der Tageskarte, unzweifelhaft großartig und nicht mit der Massenware aus dem Supermarkt zu vergleichen.

Nach einem Tag am Meer mit viel Sonne planen wir einen Abstieg in die Dunkelheit der Grotte di Castelcivita, einer 7 km langen Tropfsteinhöhle. 1200 m sind mit einer normalen Führung zu besichtigen; 3 – 4 km in kleinen Gruppen mit vorheriger Anmeldung und der Rest ist nur für Höhlenforscher zugänglich.

Wir nehmen die 1,2 km lange Tour. Wir haben Glück: die Führung ist nur für uns zwei. Die exzentrischen Kalkbildungen sind in Farbe und Form äußerst faszinierend. Unser Guide kennt jede Stalaktite (hängt von der Decke) und jeden Stalagmiten (steht auf dem Boden) genauestens und hat auch Namen für die bizarren Gebilde parat.

Millionen von Jahren sind die Tropfsteine alt, die mal gelb, dann grün, braun oder rot sind. In der Dunkelheit glitzert und funkelt es. Die spinnenartigen Lebewesen ernähren sich vom Kot der Fledermäuse, die über unsere Köpfe hinweghuschen.

Direkt am Ausgang der Höhle ist ein Restaurant, das wir wärmstens empfehlen können. Die Familie, die es betreibt, baut alles selber an und so schmeckt es auch. Das Highlight ist definitiv das Olivenöl, das sie produzieren. Wir versorgen uns mit ganzen Kanistern für daheim. Abschließend genießen wir die Panoramafahrt hinab ins Tal und statten dem Paestum, einer als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannten Ruinenstätte in der Nähe von Capaccio einen Besuch ab.

Natürlich ist ein erneuter Besuch der Amalfiküste auf dem Wochenplan. Am frühen Morgen reisen wir mit dem Zug vom Capaccio nach Salerno und gehen dort auf das Ausflugsboot nach Positano.

In 30 Minuten sind wir in Positano angelandet. In der Menschenmenge in den engen Gassen mitzulaufen, ist anstrengend. Wir flüchten in den zauberhaften Garten eines Hotels und genießen zunächst bei herrlichem Ambiente und traumhaften Ausblick aufs Meer einen guten italienischen Cappuccino.

Das Klima eignet sich hervorragend für die riesigen Bougainvillen, aber auch für Zitronen und Exoten wie dem Baumwollbaum.

Den zweiten Stop machen wir in Amalfi. Einen Besuch des Doms sollte man auf gar keinen Fall auslassen. Er spiegelt den unermeßlichen Reichtum, der in der Blütezeit von Amalfi vorherrschte, auf imposante Weise wieder.

Der über tausend Jahre alte Dom von Amalfi ist sicherlich das großartigste historische Gebäude der Stadt und eine der schönsten Kirchen an der Amalfiküste.

Die malerischen Gassen mit den vielen kleinen Lädchen, Restaurants und Geschäften für den täglichen Bedarf laden zum Bummeln und Erfüllen von Sehnsüchten jeglicher Art ein. Ob die des Hündchens erfüllt wurden, haben wir nicht erfahren, da das letzte Boot nach Salerno wartet.

Bevor Sabines Schwester den Rückflug antritt, geht es noch einmal in das Getümmel von Neapel. Der Flughafen ist vom Hauptbahnhof aus recht günstig (12€) mit einem Bus zu erreichen. Wir haben in der Nähe des Bahnhofs das Hotel UNA gebucht; sehr sauber, sehr modern. Unser Zimmer ist schon ready. Noch schnell einchecken und ab geht es zu Fuß in die Altstadt.

Wenn man im Hotel UNA auf der Dachterrasse frühstückt, ist der Blick über Neapel gratis inbegriffen. Der Berg aller Berge, der Vesuv, ist vom Hafen aus zu sehen.

In Neapel begegnen uns wunderschöne Jugendstil und Art Deco Bauten. Die Galerie Umberto I ist eine wunderschöne Einkaufspassage, überdacht mit einem tonnenschweren Glasdach. Leider scheinen auch hier die finanziellen Mittel zur Restaurierung nicht vorhanden zu sein.

Der berühmteste Platz in Neapel ist die Piazza Plebiszito vor dem Königspalast. Hier flanieren die Menschen zwischen Fußgängerzone und Uferpromenade. Das untere Foto zeigt einen Ausschnitt des Platzes Rotonda di Via Nazario Sauro im Hafen von Neapel.

Vom Hafen aus machen wir uns auf zur Via Chiaia, eine der schönsten Straßen in Neapel zum Bummeln und Shoppen. Auch das berühmte Café Gambrinus und die Pizzeria „Brandi“, in der die Pizza Margherita 1889 erfunden worden sein soll.

Im Café Gambrinus sind nicht nur die Kronleuchter erlesen. Wir entscheiden uns für das Eis; obwohl die Torten, einfach alles verlockend aussieht. Italien ohne Roller, die hier gut gesichert werden, und modische Accessoires, auch passend zum Roller sind in der Via Chiaia in unzähligen Boutiquen zu entdecken.

Wir kehren von der Via Chiaia, oben im Bild, zurück zum Piazza Plebiscito und statten der Altstadt mit all ihren wunderbaren Kirchen einen erneuten Besuch ab.

Bei unserem ersten Besuch in Neapel sind uns die unzähligen Eisentore mit den bunten Bildern gar nicht aufgefallen.

Sind die Tore geöffnet, entpuppt sich dahinter ein kleines Lädchen. Sind die Tore geschlossen, entsteht eine bunte und kunstvolle Fassade.

Wir schlendern zurück zum Hotel und haben in der Nähe des Bahnhofs ein gutes Abendessen. Am nächsten Tag ist wieder Bettenwechsel angesagt. Claudia fliegt zurück nach Deutschland und Kai kommt aus Miami zurück nach Neapel. Am 6. Juni beenden wir unseren Aufenthalt in der Bucht von Salerno. Am 9. Juni kommen wir nach einem Stopover an der Adria in Ancona an. Diese Etappe ist mit einigen Hürden und chaotischen Momenten verbunden. In Ancona gehen wir auf die Fähre und reisen so über Nacht nach Split. Auch die Ankunft in Split beschert uns einige Unannehmlichkeiten. Im Tagebuch beschreiben wir ausführlich das Chaos der letzten Tage. Die restliche Zeit unserer dreimonatigen Reise verbringen wir an der wunderschönen Küste Kroatiens. Split, Omis, Zadar, Sibenik, Nin, Pakostane, Murter, Krcker Wasserfälle, Mali Losinj – all diese zauberhaften Orte haben wir besucht. In Kroatien fühlen wir uns ungleich wohler als in Italien, was wohl im wesentlichen auf der Tatsache beruht, dass Italien aus unserer Sicht kein Camperland ist. Die Campingplätze in Kroatien, die wir ausprobiert haben, sind allesamt großartig gewesen. In unserem Tagebuch findet ihr alle Details unserer Erlebnisse in Kroatien.