Garden Route Südafrika

Im Dezember 2011 hatten wir einen besonderen Reiseanlass: unsere Silberhochzeit. Unser lang gehegter Traum, nach Südafrika zu reisen, um Natur, Tier- und Pflanzenwelt, Weine, Strände und Kapstadt kennenzulernen, wurde Wirklichkeit. Gestartet sind wir in…

Kapstadt. Mit dem Mietwagen vom Flughafen in die Innenstadt zu kommen, ist trotz Traffik kein Problem. Die Unterkünfte wie Hotels und Lodges mit Safari haben wir vorab gebucht.

Kapstadt liegt in einer Traumbucht bewacht vom Tafelberg mit seinem oftmals von Wolken umwobenen Plateau. Das Stadtbild ist geprägt von moderner Architektur und historischen Bauten. Alles durcheinander, aber trotzdem harmonisch.

Das Stadtzentrum kann man prima zu Fuß erkunden. Man findet immer wieder schön angelegte Parks, um zu verweilen und den unglaublichen Ausblick zu genießen.

Das Parlament auf dem linken Foto ist ein viktorianisches Gebäude. Jeder einzelne Stein, der in der Fassade verbaut wurde, wurde erst von England ans Kap geschifft.

Vom Nelson Mandela Hotel aus erreicht man schnellstens Company’s Garden. Ein Kleinod für Mensch und Tier mitten in der City.

Company’s Garden

Der wohl bekannteste Stadtteil ist die Waterfront mit dem Hafen, den Shoppingcentern und unzähligen Restaurants, die einen ersten Eindruck von der herrlichen Küche und den hervorragenden Weinen Südafrikas vermitteln.

Hoch oben thront der Tafelberg. Wer Lust hat, kann mit einer Seilbahn auf das Plateau gelangen und hat einen unverwechselbaren Blick auf die Bucht.

Hafen und Vergnügungsviertel, Musik, Kunst und Souvenirs – an der Waterfront ist für jeden Geschmack etwas zu finden.

Der alte Uhrenturm im Hafen ist das Symbol der Hafenanlage. Er zeigt neben der Uhrzeit und auch den Gezeitenstand an.

Zu einem Aufenthalt in Kapstadt gehört es auch, den berühmten Strand in Camps Bay zu besuchen. Er liegt wunderschön direkt unterhalb der 12 Apostel. Die Palmenpromenade, der weiße Sandstrand, die majestätischen Berge im Hintergrund und exzellente Restaurants haben Camps Bay zu einem beliebten und stadtnahen Urlaubsziel gemacht.

Nach ein paar Tagen in Kapstadt hat uns unsere Reise zum Kap der Guten Hoffnung geführt. Sehr touristisch und dennoch sehenswert. Vorsicht vor den Affen, die am Parkplatz darauf warten, fette Beute zu machen. Eis wird bevorzugt.

Den Hügel mit dem historischen Leuchtturm kann man zu Fuß erklimmen oder bequem und sitzend in einer modernen Standseilbahn erreichen.

Die Vegetation am Kap der Guten Hoffnung ist karg, aber aufgrund der unzähligen Protea einzigartig. Die Felsenlandschaft bietet reichlich Lebensraum für seltene Vogelarten.

Auf dem Weg zum Kap passiert man Strände mit Dünenlandschaften, wie wir sie vorher noch nicht gesehen haben. Im Dezember ist es noch nicht so warm und das Wasser noch kalt, so dass die Strände leer sind.

Unser nächster Aufenthaltsort liegt mitten in den Vineyards rund um Stellenbosch. Für Weinliebhaber ist es ein Muss, einige Weingüter mit ihren wundervollen Parkanlagen zu besuchen.

Wir haben uns ad hoc in Vergelegen verliebt. Es liegt am Fuße der Hottentots Holland Berge, etwa 4 km nordöstlich von Somerset.

Das Weingut wurde gegründet von Willem Adrian van der Stel. Das Herrenhaus des Weingutes ist typisch für den kapholländischen Baustil: die Dächer strohgedeckt und die Räume mit Teak- oder Gelbholz ausgestattet. Auf dem Weingut befinden sich gut 300 Jahre alte Kampferbäume.

Im Gartenrestaurant sitzt man mitten in Rosenbeeten und kann wunderbare Salate, Kuchen und natürlich auch Weine genießen.

Die Weingüter Spier und Stellenrust zu besuchen, ist ebenfalls sehr lohnenswert. Auf Spier wohnen die Gäste in kleinen Bungalows, die liebevoll und herrschaftlich gerichtet sind. Es hat verschiedene Restaurants und Eventräume mit Themenabenden. Stellenrust hat keinen gastronomischen Betrieb; dafür sind die Weine, die dort verkostet und natürlich gekauft werden können, ausgezeichnet.

Bungalows und Zimmer auf Spier.

Das Anwesen rund um das Weingut Spier gleicht einer riesigen Parkanlage. Wir haben zwei Tage gebraucht, um alles zu entdecken.

Gastlichkeit ist auf Spier ganz groß geschrieben. Eine Weinprobe darf man hier auf gar keinen Fall auslassen. Alle drei Weingüter haben mehrfach internationale Auszeichnungen für ihre exzellenten Weine erhalten.

Vorbei an Somerset, der deutschen Enklave in Südafrika, hat uns der Weg nach Hermanus geführt. Im südafrikanischen Frühjahr ist Hermanus der Ort der Walbeobachter. In der wärmeren Jahreszeit sieht man die Wale leider nicht. Dafür haben wir Delfine beobachten können. Besonders beeindruckend sind die Klippen und das tosende Meer, die weißen, Reet gedeckten Häuser. Wer gern wandert, kommt hier voll auf seine Kosten. Am Meer entlang führt ein befestigter Weg durch die duftende Vegetation des Klippensaumes. Hermanus kennt keine Zäune und Stacheldrähte, die oftmals das Bild Südafrikas prägen. Wir haben sie nicht vermisst.

Das linke Foto ist in Hermanus entstanden.

Hermanus hat rauhes Klima, wildes Meer und karge Berge. Uns hat dieser Ort unendlich gut gefallen.

Eine kleine Bäckerei mit herrlichem Frühstück war unser täglicher Anlaufpunkt in Hermanus. Das Foto unten rechts haben wir in Ronnies Sexshop geschossen. Es ist eine Bar mit besonderem Flair und einzigartiger Geschichte. Weil der Inhaber für seine Bar keinen Namen finden konnte, haben Freunde über Nacht nachgeholfen. So entstand der Name und ein Kultlokal. Wer von Oudtshoorn aus, bekannt für die Straußenfarmen, nach Hermanus reist, kommt automatisch an Ronnies Sexshop vorbei.

Oudtshoorn, die bedeutendste Stadt der Kleinen Karoo, ist aufgrund der Straußenfarmen eine sehr wohlhabende Region. Die Straußenfedern waren in den 20er Jahren ein begehrtes Accessoire. Unser Hotel, das Rosenhof Country House, war ein absolutes Highlight bei den Unterkünften.

Unsere nächste Station ist die Botlierskop Lodge in der Nähe von Mossel Bay. Die Anfahrten zu den Lodges sind für deutsche Verhältnisse eher befremdend; aber die Mietwagen haben alle Buckelpisten überwunden.

Die Aussicht von Botlierskop auf Mosel Bay ist atemberaubend.

In Botlierskop besteht die Möglichkeit, Safari auf dem Rücken der Pferde zu erleben. Das hat Kai sich nicht nehmen lassen.

Das Leben in den Lodges ist geprägt vom frühen Aufstehen. Safari heißt: um fünf Uhr morgens ist die Nacht zu Ende. Man schläft dafür aber tief und fest, allein schon von der frischen Luft, die nachts in die komfortablen Zelte dringt. Die zweite Safari des Tages findet gen Spätnachmittag statt. Danach kann man wunderbar chillen.

Das Prinzessinnenbett mit Bettheizung gegen den Jeep und die Kälte am frühen Morgen zu tauschen, ist gewöhnungsbedürftig. Der Zauber der Tierwelt in den Nationalparks lässt uns all die Mühen schnell vergessen.

Die zwei Giraffenbullen schlagen mit ihren Hälsen gegeneinander. Es ist unglaublich faszinierend, diesen Kampf um die Allerliebste aus nächster Nähe zu beobachten.

Von Mossel Bay aus reisen wir nach Plettenberg Bay, der Sommerresidenz der Südafrikaner. Abseits vom Strandrummel in der Nähe des Beacon Island Hotels (klassischer Hotelbunker) finden wir schlussendlich doch noch ein paar Schönheiten des beliebten Badeortes.

Es weihnachtet sehr in Plettenberg Bay und das mitten im südafrikanischen Hochsommer. Das ist eine neue Erfahrung für uns.

Ab Plettenberg Bay geht es weiter gen Port Elizabeth. Nach Stunden landen wir in St. Francis, einem kleinen Küstenort, der vom Tourismus und der Fischerei lebt. Die weißen Villen mit den Reet gedeckten Dächern und die riesigen Sandstrände erinnern uns an Sylt.

Links ein Blick auf den Robert Strand bei Plettenberg Bay. Rechts ein ungewöhnlicher Weihnachtsbaum in St. Francis.

Hafen und Strand mit den für St. Francis weißen Villen.

Alle Schönheit des Landes kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es deutliche Klassenunterschiede gibt. Auch nicht, wenn die Townships landschaftlich erfolgreich eingebettet wurden.

Nun geht es weiter gen Port Elizabeth. Diese Stadt ist so anders als Kapstadt. Industrie, Casinos, Shoppingmalls und ungepflegte Strände – wir haben uns hier nicht wohl gefühlt.

Aber es gibt immer und überall Momente, die schön sind. Und das war das gemeinsame Bad im Meer. Alle schwimmen an der gleichen Stelle, um sich vor Haien zu schützen.

Wer in Port Elizabeth Halt macht, sollte unbedingt einen Abstecher zum ca. 90 km entfernten Addo Elephant Park machen. Durch diesen Nationalpark fährt man mit dem eigenen Auto. Man kann anhalten, wo immer man will. Nur nicht aussteigen! Das könnte gefährlich werden, obwohl es keine Löwen im Park gibt. Dafür siehst Du Hyänen und Wasserbüffel, die auch nicht ohne sind. In diesem Gehege ist unser Lieblingsfoto dieser Reise entstanden.

Addo Elephant Park

Man achte auf den weißen Kreis am Hinterteil. Der Ellipsen-Wasserbock ist eine Antilopenart, die an Dauergewässer gebunden ist.

Endstation ist das Shamwari Game Reserve. Die Bayethe Tented Lodge mitten in einem unfassbar großen Nationalpark empfängt die Gäste (Kinder ab 12 Jahren) und lässt keine Wünsche offen. Zweimal am Tag findet eine Safari statt. Alle Zelte sind luxuriös ausgestattet. Das Essen schmeckt vorzüglich. Viele kommen nur, um zu knipsen. Natürlich fotografieren auch wir. Aber das Interesse an den Tieren und der Arbeit der Rancher ist unsererseits groß und so gelingt es uns, dass wir an einem Nachmittag in einer kleinen Gruppe mit einem Rancher in den Park fahren. Ein Erlebnis der besonderen Art wartet auf uns.

Der älteste Löwe im Gehege. Er brüllt und die Dezibel sind so hoch, dass wir uns die Ohren zuhalten müssen. Sein Gebrüll ist auch in 13 km Entfernung noch hörbar. Die Faszination kennt nun keine Grenzen mehr.

Die Löwen werden wach. Jetzt ist Rückzug der Giraffen angesagt. Im Jeep herrscht Hochspannung. Der Ranger fährt weiter. Der Respekt vor den Tieren dominiert das Verhalten der Ranger in Shamwari. Neben der Safari gehört es zu ihren Pflichten, sich um das Wohlergehen der Tiere zu kümmern. Der Park ist so riesig und doch kennen sie jedes große Tier.

Wohin soll man seine Blick zuerst richten? Die Dünen in der Ferne sind beachtlich hoch.

In Shamwari kommen die Tiere bis an die Zelte der Gäste. So konnten wir dieses Bild einfangen.

Wenn Du mitten in einer Elefantenherde stehst und den Tieren so nahe sein darfst, steht die Zeit still. Unvergessliche Momente dieser Reise.

Shamwari wird für immer in unserem Herzen einen Platz haben. Die Erinnerung an die Gerüche nach wilden Gewürzen, die Stimmen der Nacht im Park und die Schönheit der wilden Tiere bleiben für immer in unserem Gedächtnis.

Schweren Herzens reisen wir vom Shamwari Game Reserve zurück nach Port Elizabeth, geben unser Mietfahrzeug ab und fliegen zurück nach Kapstadt. Die Reise geht dem Ende zu. Ein letztes, vorzügliches Abendessen an der Waterfront und eine letzte Nacht in Kapstadt trösten nicht über den wehmütigen Abschied hinweg. Irgendwann kehren wir zurück und dann feiern wir auch Silvester in dieser unglaublich beeindruckenden Stadt. Das haben wir damals leider verpasst und es muss bezaubernd sein, das neue Jahr in diesem lebendigen Kapstadt zu begrüßen.